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ANDALUSIEN - COSTA DE LA LUZ ...

Ob sich die Phönizier um 1.100 Jahre vor Christus in Andalusien niederließen, weil das überaus sonnige Klima sie lockte, mag zweifelhaft sein. Dass aber die langen, weißsandigen Strände und die geschützten Buchten Andalusiens schon damals glänzende Bedingungen für die Errichtung von Handelsniederlassungen unmittelbar am Meer boten, beweist nicht zuletzt das mächtige Cadiz an der heutigen Costa de la Luz.
Im Norden begrenzt die Sierra Morena und im Süden das Massiv der Sistema Betico die zweitgrößte und südlichste autonome Region Spaniens. Der "Vater alter Zivilisationen", der mächtige Fluss Guadalquivir, durchzieht die abwechslungsreiche, von Wüsten, Gebirgen und Agrarland geprägte Landschaft. Die Magie des Flamenco, die archaischen Riten des Stierkampfes aber auch der samtweiche Wohlgeschmack des Sherry - Bodegas wie Sandeman in Jerez sind international ein Begriff - gelten als Markenzeichen Spaniens, ihr Mutterland ist jedoch Andalusien. Insofern stimmt der Satz "Spanien ist Andalusien".
Die andalusischen Städte wie Sevilla, Cordoba, Granada und Ronda sind Zentren alter Macht mit einer beeindruckend langen Geschichte, denen doch mit südländischer Leichtigkeit der Eintritt in das 21. Jahrhundert gelungen ist. Ihre Schönheit haben sie sich über die Jahrhunderte bewahrt. Und noch immer herrscht in ihnen der Kulturenmix, den die Christen, Juden, Mauren, die Herrschaften aus zurückliegenden Epochen, hinterlassen haben. Auch die Natur hat viel zu bieten: Abseits der üblichen Touristenrouten locken wild zerklüftete Canyons, einsame Bergseen und die weißen Dörfer der Sierras.

Nördlich an Andalusien schließt sich die Extremadura an, das Land der knorrigen Stein- und Korkeichen, deren Eicheln den "schwarzen Schweinen" als Nahrung dient. Hier wechselt ursprüngliche Natur von herber Schönheit mit jahrhundertealten, blühenden Kulturlandschaften.
Trockene Sommer und milde Winter prägen das Klima der Region. Von Herbst bis Frühjahr streifen die Ausläufer atlantischer Tiefdrucksysteme den Westen Spaniens. Die zu ihnen gehörenden Wolkenfelder haben fast freien Zugang zur Extremadura; ihre Feuchtigkeit verleiht der Landschaft in dieser Zeit eine sattgrüne Färbung. Im Winter blühen Mandelbäume, im Frühjahr die Kirschen und im Sommer sprenkeln Sommerblumen die Weite der Weidesteppen.
Der Name "Extremadura" entstand während der Reconquista, der Verdrängung der Mauren aus Spanien. Hier lag die strategische Grenze zwischen dem christlichen Spanien im Norden und dem maurischen im Süden. Aus Sicht des christlichen Nordens lag die Region "extremo de Duero", also jenseits des Flusses Duero. Viele Burgen und Befestigungsanlagen zeugen noch heute von den heftigen Kämpfen der viele Jahrhunderte dauernden Kämpfe zwischen Christen und Mauren.
Nach deren Ende gewann die Extremadura neue Bedeutung. Hier stand die Wiege vieler "Conquistadores", spanischer Eroberer der "neuen Welt". Hernán Cortez und Francsico Pizarro finanzierten mit dem von Mayas und Inkas geraubten Gold in ihrer Heimat den Bau prächtiger Kirchen und Paläste.
Wer heute in dieser immer noch touristisch weitgehend unerschlossenen Landschaft reist, die zu den am wenigsten besiedelten ganz Europas zählt, der wandelt auf den Spuren der Mauren, der Juden und der Eroberer.

Möchten Sie Andalusien oder die Extremadura genauer kennenlernen? Wir organisieren für Sie eine Rundreise durch die schönsten Städte und die eindrucksvollsten Landschaften der Region. Besuchen Sie mit uns vornehme und berühmte Paradores, urige Fincas und typische Haciendas.
Nach Ihren Wünschen und individuell stellen wir für Sie eine ganz besondere Entdeckungsreise zusammen. Wir planen mit Ihnen die Route, organisieren An- und Abflug, Unterkunft unterwegs und Leihwagen. Vielleicht möchten Sie nach Ihrer Rundreise die gesammelten Eindrücke in einem unserer Ferienhäuser an der Atlantikküste Conils nachwirken lassen? Fragen Sie uns: Wir beraten Sie gerne.

Conil de la Frontera ...

Conil in Zahlen:

18.000 Einwohner

Mehr als 3.000 Sonnenstunden im Jahr

16 Kilometer durchgehender Strand

1 Stadttor

362 Kneipen, Bars, Restaurants und Cafés.


Erster Eindruck aus der Ferne:

Conil ist tatsächlich einer jener Bilderbuchorte Andalusiens aus den Reiseführern. Malerisch kauern die gekalkten Häuser am Hang über dem unendlich weiten und breiten Strand des Atlantiks. Conil - aus der Totalen eine Postkartenschönheit. Andalucia, pueblo blanco, weißes Dorf, plärren die Prospekte. Das letzte Paradies, el ùltimo paraiso.

Aus der Nähe freilich sieht das schon anders aus, und das ist auch gut so. Weder ist Conil eine gelangweilte paradiesische Schönheit, noch ist es ein Dorf. Conil ist eine Stadt, zumindest ein Städtchen mit bald 20.000 Menschen, die immer hier leben. Das bedeutet viel, eine funktionierende Infrastruktur nämlich, mit allem, was zu einer Stadt gehört. In kleinen und größeren Läden, in Haushaltsgeschäften und Werkstätten, in Bars und Restaurants herrscht der Alltag der Conileñer. Auch die Straßen und Gassen, die sich hangabwärts dem Meer nähern, gehören nicht dem Billigtourismus mit den sonst üblichen Andenkenbuden, Tuchboutiquen, Sonnenölschuppen.

Conil ist wie das Meer: liebenswürdig und listig, strahlend und hart.

Liebenswürdig: das heitere Tanzen und Singen auf den fiestas und ferias. Wenn Jung, Mittel und Alt sich putzt, schminkt und schön macht.

Listig: wenn die Fischer im Mai und Juni die würdevollen Thunfische heimtückisch in einer raffinierten Netzfalle fangen und anschließend die riesigen Tiere in einer rituellen Handlung mit Harpunen erlegen. Und die Japaner freuen sich. In den Nobelrestaurants Tokios gilt der Conil-Tuna als Krönung der Sushi-Schöpfung.

Strahlend: mehr als 3000 Sonnenstunden im Jahr, hier ist die Gegend Nomen und Omen - Costa de la Luz, die Lichtküste strahlt in Blau und Weiß.

Hart: Wenn der Ostwind mit dem harmlosen Namen Levante sich meldet, dann ist Schluss mit sanftem Tourismus, dann duckt sich, wer kann. Mit Orkangeschwindigkeit fetzt der Levante die Gassen blank, und der Strand mutiert zur sturmdurchtosten Wüste. Rette sich, wer kann.

... Ach, der Levante - alles Schlechte hängen die Conileñer diesem Wind an, an allem ist er Schuld - auch wenn er nur ein paar Tage im Jahr bläst: Dickleibigkeit und Depression, Diabetes und Diarrhöe: Levante. Unter den pensionierten Fischern, die an der Puerta de Cadiz rumhängen, ist das Thema unerschöpflich, die Alten, deren Gesichter von Sonne und Wind ledern geworden sind, sagen: Es ist der Levante, warum Enkel Antonio sitzen geblieben ist; der Levante war es, weshalb der fiese Nachbar José sich mit einem Strick um den Hals und einem Stein dran im Fluss, im rio salado, ersäuft hat; der Levante war's, warum die Schwiegertochter mit Manolo fremdgegangen ist.

Einspruch der Verteidigung: Vielleicht aber ist er auch dafür verantwortlich, dass aus Conil nie im Leben ein Torremolinos werden kann. All inclusive, auch der Levante? Nix für zarte Pauschalurlaubsseelchen.

Danke, Levante.

 

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